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DER
RITTERGUTSKOMPLEX
Auf den ersten Hügeln zwischen dem Po-Tal und dem Tal des Pellice
erhob sich in den ersten Jahrhunderten nach dem Jahr Tausend die von
Mauern umgebene Burgfeste von Bagnolo; weiter talwärts befanden
sich die „ebene Burg“ und das mittelalterliche Dorf Bagnolo.
Während die Burgfeste und die Mauern den hochmittelalterlichen Charakter
beibehalten haben, wie sie auch in den Bildbeschreibungen des 15. und
16. Jahrhunderts erschienen, sind hingegen fast gänzlich die Spuren
des alten Dorfs verschwunden, die „ebene Burg“ ( bis 1400
im Dorf integriert) wurde im 15. und 16. soweit verändert, bis sie
das heutige Aussehen und die Benennung „Schloss“ erhielt.
Die rautenförmigen Dachziegel auf hölzernem Dachgespärre,
der landwirtschaftliche und gleichzeitig repräsentative Charakter
sind Elemente, die auf verschiedene Weise dazu beitragen, den Besucher
zu empfangen und ein lebendiges Zeugnis für eine alte Kultur abzulegen.
Die Hügellandschaft, ehemals von der Landwirtschaft geprägt,
welche in den 50igern und 60igern größtenteils eingestellt
wurde, hat sich durch Aufforstung und Erweiterung der schon vorhandenen
Wälder (Esskastanien, Buchen, Birken und Koniferen), die von Wiesen,
Weinbergen und Obsthainen unterbrochen werden, zu einem mehr oder weniger
natürlichen Park entwickelt, in welchem sich die Bauernhöfe
( mit ihren Brunnen, Backöfen und Ställen) und die Wassermühlen
(übriggeblieben sind die des Schmieds, des Zimmerers und des Müllers)
befinden, und die zum Lehen der Malingri di Bagnolo gehörten.
Fast alle diese Steinbauten, mit Dächern aus steinernen Rauten,
die in verschiedenen Epochen erbaut wurden, sind sorgfältig restauriert
worden, wobei deren Eigenschaften, Einrichtungen und, wenn möglich,
auch deren Bestimmungen beibehalten wurden.
Der jetzige Eigentümer, Baron Aimaro Oreglia d’Isola, Architekt,
ist der der Sohn von Caterina Malingri di Bagnolo, der letzten Nachfahrin
in direkter Linie der Malingri di Bagnolo.
Acht Jahrhunderte hindurch wurde der Herrensitz mit Schloss, Park und
Burg kontinuierlich verteidigt, instandgehalten, gepflegt und bewohnt,
und zwar von derselben Familie, welche sich trotz der vielen Schwierigkeiten
bemüht hat, die architektonischen, künstlerischen, geschichtlichen
und landschaftlichen Elemente zu erhalten.
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