DIE GESCHICHTE
Diese kurzen Notizen sind den um 1920 von Graf Aimaro Malingri di Bagnolo niedergeschriebenen  Aufzeichnungen entnommen, die basierend auf Archivdokumenten ein Bild von den wichtigsten historischen Ereignissen geben, die das Schloss und die Burg miteinbezogen haben.
Die Geschichte von Burg und Schloss ist zum größten Teil mit der des Dorfs verbunden, welches, einstmals ziemlich bevölkert und von alters her am Fuße der Burg, die es beschützte entstanden ist und sich über unterhalb liegenden Wiesen, genannt Großwiesen oder Cäsarenwiesen, erstreckte, gut verteidigt vom Wildbach und von Palisaden und Tälern, an der Stelle wo sich heutzutage das Schloss der Malingri befindet und die antike Pfarrkirche.
Nachdem 1219 das Dorf Bagnolo von den Vercellesen zerstört worden war, wurde von den Herzögen von Savoyen (am 31. März 1293) beschlossen, es in die Ebene zu verlegen “in planum revertamur”, in die Nähe des Konvikts St. Pietro. In dieser Konvention wurde sogar der Ort der Zusammenkunft der Gemeindeverwaltung festgelegt. Aber diese Übereinkunft wurde nie ausgeführt, aufgrund der natürlichen Abneigung der Menschen von Bagnolo in die Ebene zu ziehen, die in diesen undurchsichtigen, von dauernden und zerstörerischen Kriegen geprägten Zeiten als unsicher eingestuft wurde, weil sie nicht von der starken Burg geschützt war: ein Beweis dafür ergibt sich aus einem Befehlsschreiben vom 29. Oktober 1338 des Giacomo d’Acaja, der neuerlich zum Umzug in die Ebene bei St. Pietro aufforderte(1).
  Im 12., 13.,14. und 15. Jahrhundert unter der Hochherrschaft des Hauses Savoyen, entstanden aus dem Erbe der Gräfin Adelaide di Susa, übten verschiedene Herren das Lehnrecht aus, die den Namen der Ländereien selbst annahmen und die allmählich von größeren Lehnsherren einverleibt wurden, wie die Lucerna, die Orsini di Rivara, die Provana, die Albertenghi und die Della Torre. Diese gaben nachfolgend ihre Lehensanteile weiter an Amedeo Malingri, Herr von Saint Genix (2)(Savoia), Schildträger und Botschafter von Herzog Amedeo VII, bekannter provenzalischer Poet (3), die Betrauung mit dem Lehen erfolgte seitens Ludovico Fürst von Acaja am 7. September 1412 (4) und wurde bestätigt von Kaiser Sigismund in Konstanz am 14. September 1415 (in 1702 wurde das Lehen zur Grafschaft erhoben zugunsten der Malingri). Im 16. Jahrhundert entvölkerte die Pest Bagnolo.
Im Krieg über die Herrschaft über die Markgrafschaft Saluzzo im 16. Jahrhundert zerstörte Franz I. von Frankreich Bagnolo, nach beschlossenem Frieden zeichnete er die Grenze zwischen der französischen Vorherrschaft in Saluzzo und dem Boden der Savoyer, die Bagnolo immer streng befolgte: die Straße Barrà mit dem Turm Cairà (Ortschaft St. Grato) und andere Türme, die heute baufällig sind, geschützt von Tälern und Gräben und angelehnt an die damals großartige Festung von Cavour  und an die Burg Bagnolo, weisen auch heute noch auf die antike Grenze zwischen Frankreich und Savoyen hin.
Später in den Kriegen  zwischen Heinrich IV und Carlo Emanuele I° plünderte der Marschall Lesdinguinés Bagnolo, brachte den Großteil der Bewohner um und eroberte die Burg die zum großen Teil niedergerissen und baufällig wurde.
Am Anfang des 17. Jahrhunderts plünderte der Feldherr Catinat, nachdem er Cavour zerstört hatte, Bagnolo, aber er konnte die Burg nicht einnehmen, welches wirksam und mit fortschrittlichen Methoden und Artillerie verteidigt wurde.
Im 17. Jahrhundert versuchten dann die Waldenser, nachdem Fenile und Campiglione in Brand gesteckt worden waren einen Schlag gegen Bagnolo, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen.
Im folgenden, um einen Friedenspakt mit den Savoyern zu schließen, verlangten und erhielten die Waldenser den Kopf von Gian Bartolomeo Malingri, der gegen sie blutige Schlachten geschlagen und gewonnen hatte.
1690, nach der Niederlage von Staffarda, flüchtete der Herzog Vittorio Amedeo II, welcher von der französischen Kavallerie verfolgt wurde, in den Schutz der Burg und nahm Aufenthalt in der Redoute der Burg, dem Vorwerk.
Eine steinerne Gedenkplatte auf dem Brunnen des Meierhofes erinnert an dieses Vorkommnis.
In 1797 besetzten die Franzosen der Revolution Bagnolo, wurden aber 1799 von General Kutusooff (Held in Tolstois Krieg und Frieden) vertrieben, der sie bei Bibiana vernichtete.
Die Burg Bagnolo und das Schloss waren während dem 2. Weltkrieg Sitz des Partisanenkommandos des Bezirks von den Garibaldibrigaden und lieferten sicheren Unterschlupf für viele Kämpfer der Partisanenformationen.
In dieser Zeit wurden Burg, Schloss und Garten  von den deutschen Kanonen unter Beschuss genommen, die glücklicherweise nur die Weinberge und Kiefernwäldchen der Umgebung zerstörten.


BEMERKUNGEN

1) Noch nicht einmal da gehorchten die Bagnoleser, so dass in 1400 der Fürst von Acaja, Amedeo, unter Androhung von schweren Strafen die Lebensmittelgeschäfte, Textilherstellung, Schmieden usw. im antiken Dorf am Fuße der Burg verbot.
Da die Zeiten etwas ruhiger geworden waren begann der Umzug in die Ebene, wurde aber erst beschlossene Sache durch den energischen Befehl des Herzogs Emanuele Filiberto und seines Lehensmanns Malingri, der seinen Herrscher unterstützte und die Ländereien des antiken Dorfes kaufte und lehnfrei machte.
2) Der erste, dokumentierte Malingri war Pietro, Herr von Saint Genix, Bistum von Bellay, von dem man im Staatsarchiv von Turin eine Urkunde findet, den Besitz in Bagnolo betreffend. (30 Mai 1351).
3) Die Gedichte sind veröffentlicht in „Poesies d’un noble Savoyard-Piemontais. Le sire Malingri Maitre d’hotel del Monsiguer le prince de Morée". Bulletin der Vereinigung zwischen Oriundi und italienischen Nizzardi N° 4-1914 Turin.
4) Aus der Belehungsurkunde: “Da Wir Euer gewärtig sind und eingedenk der vielen mit Dankbarkeit von euch erhaltenen Dienstbarkeiten in mannigfaltigen Gelegenheiten und Weisen von Unserem teuren Rat und Schildträger Amedeo Malingri, Seneschall, der im Kriege mit all seinem Mut und Willen seine Person allergrößten Gefahren aussetzte zu Ehren seines Herren und mitunter härteste Gefangenschaft aushielt und seiner weiteren Verdienste und der erleuchtete Eifer mit dem er ihm befraute Verhandlungen beschaffte, sich Mühen und Wachen nicht ersparend ecc, um deren Gründe willen und anderer, die Unser Gemüt bewegen, geben und verleihen wir an Amedeo Malingri als adliges edles, antikes, angeerbtes und väterliches Lehen...die Burg, die Villa und die von Uns selbst im Orte Bagnolo eingesetzten Mannen, mit der reinen und gemischten Herrschaft, allmöglicher hoher, mittlerer und niederer Jurisdiktion...
".

Man bemerke, dass dieses Dokument außer der Burg auch die Villa, heute das Schloss,  erwähnt.

 

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